Oliver Drechsel

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© Barbara Greeven

Oliver Drechsel, Konzertpianist und Lehrbeauftragter für Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist einer der vielfältigsten Musiker seiner Generation. Neben der Konzert- und Lehrtätigkeit ist er auch mit zahlreichen CD-Produktionen, als Verfasser musikalischer Schriften, Herausgeber einer Vielzahl wissenschaftlicher Noteneditionen sowie als Komponist erfolgreich. Darüber hinaus ist er künstlerischer Leiter zweier Konzertreihen.

 

Im Konzertleben widmet sich Oliver Drechsel, ausgezeichnet als „Best of NRW“-Pianist, seit Jahren vor allem intensiv der Kammermusik: So konzertiert er regelmäßig als Klaviertrio Köln-Weimar mit Dagmar Spengler und Gernot Süßmuth (Solocellistin und Konzertmeister Staatskapelle Weimar), mit Christoph Lahme (Harmonium) als Liaison extraordinaire sowie mit Andreas Herkenrath (Solofagottist Klassische Philharmonie Bonn) oder Berthold Große (Solofagottist Königliche Oper Stockholm).

 

Für einen Pianisten seines Jahrgangs hat Oliver Drechsel bereits eine Vielzahl bemerkenswerter CD-Veröffentlichungen vorgelegt. Die Bandbreite seiner Einspielungen, die größtenteils Welterstaufnahmen sind, reicht dabei von klassischer und romantischer Klaviermusik bis hin zum 1918 geborenen Komponisten Jürg Baur, mit dessen Gesamtwerk für Klavier Oliver Drechsel 1998 sein CD-Debut gab und den Förderpreis des Rheinischen Kulturpreises erhielt. Ein Schwerpunkt ist seit einigen Jahren die Aufnahme von Klaviermusik des 18. und 19. Jahrhunderts auf historischen Originalinstrumenten der Sammlung Dohr. So entsteht eine siebenteilige Gesamtaufnahme des Klavierwerks von Friedrich Kiel auf einem oberschlägigen Hammerflügel von Theodor Stöcker, wie ihn Kiel selbst besaß. Für die Einspielung von Vol.1 des Klavierwerks von Johann Christian Heinrich Rinck erhielt Oliver Drechsel den Stern des Monats 6/2003 der Zeitschrift FonoForum, außerdem waren diese CD sowie Vol.2 Teil des Sonderpreises des Deutschen Musikeditions-Preises 2004. Auch das heimische Rheinland ist dabei ein Schwerpunkt mit Komponisten wie Johann Wilhelm Wilms, Christian Gottlob Neefe und Ferdinand Hiller.

 

Als Autor musikalischer Schriften beschäftigte sich Oliver Drechsel mit Leben und Werk von Jürg Baur („Das Klavierwerk“, „Werkverzeichnis“), im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte gab er bislang als wissenschaftliche Noteneditionen im Rahmen der renommierten Reihe „Denkmäler rheinischer Musik“ mehrere Bände mit den Klavierwerken von Johann Wilhelm Wilms und Christian Gottlob Neefe – ergänzt durch eine CD-Einspielung einiger dieser Werke auf einem Instrument der Zeit – heraus, 2019 folgen die Klaviersonaten von Ferdinand Hiller.

 

Als Komponist erhielt Oliver Drechsel 1997 und 2007 den 1. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs Siegburg, 2013 dort den Sonderpreis des Vereins der Humperdinck-Freunde für seine „Hänsel und Gretel“-Fantasie für zwei Violoncelli. Seine Komposition „Der Urton“ für Streich- und Bläserquintett nach gleichnamigem Gedicht von Chr. Morgenstern wurde durch Mitglieder des Gürzenich-Orchesters Köln in der Kölner Philharmonie erfolgreich uraufgeführt. Im internationalen Kompositionswettbewerb „Das neue sorbische Lied“ 2000 des ORB erhielt Oliver Drechsel einen 3.Preis für sein Lied Zisecy raj (Kinderparadies) für Mezzosopran und Klavier. 2018 entstand auf Einladung der Bonner Pianistin Susanne Kessel „Dreaming of E.“ zu deren internationalem Kompositionsprojekt „250 piano pieces for Beethoven“. Zahlreiche seiner Kompositionen sind in den Editionen Dohr (Köln) und Schottstädt (Mainz) verlegt.

 

Seine musikalische Ausbildung mit frühen Wettbewerbserfolgen erhielt Oliver Drechsel bis zur Hochschulreife von seiner Mutter, der Konzertpianistin Ruth Drechsel-Püster, anschließend studierte er Klavier an der Hochschule für Musik Köln bei Roswitha Gediga-Glombitza und in der Meisterklasse von Pavel Gililov bis zum Konzertexamen (über das der zuständige Dekan Klaus Oldemeyer schrieb: „Das Konzertexamen des Pianisten Oliver Drechsel hat sich mir unauslöschlich eingeprägt: gehörte es doch nach meiner Einschätzung zu den künstlerisch eigenständigsten, niveauvollsten und überzeugendsten Veranstaltungen dieser Art an unserer Hochschule überhaupt“) und nahm an Meisterkursen, unter anderem bei Peter Feuchtwanger, Karl-Heinz Kämmerling und dem Alban-Berg-Quartett teil.

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